Gastbeitrag (II): Patagonien

By chris|toph

So. Hier also der zweite Eintrag von F&F. Diesmal vom wirklichen Ende der Welt; Patagonien

Teil zwei der Gastbeiträge und somit auch unserer kleinen Argentinien Rundreise führt uns nach Patagonien. Patagonien beginnt kurz unterhalb von Buenos Aires und erstreckt sich bis zum Kap Horn. Erkennungsmerkmal ist die unendliche Weite der patagonischen Steppe.

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Wer zieht da freiwillig hin? – werdet ihr euch fragen. Tja, dasselbe haben wir uns auch gelegentlich gefragt – früher wurde Patagonien quasi zwangsbesiedelt, damit Argentinien seinen Anspruch auf dieses Stück Land geltend machen konnte. Zunächst mussten natürlich noch schnell die „Wilden“ ausgerottet werden. Scheinbar konnten die argentinischen Offiziellen ihren Untertanen aber nicht so ganz gut verkaufen, warum sie ausgerechnet ins karge, von kalten Wintern heimgesuchte, sehr sehr stürmische Patagonien ziehen sollten, so dass auch heute noch auf 1km² Steppe durchschnittlich 1 Argentinier lebt. Zunächst blühte die Schafzucht, die teilweise durch Überweidung zu irreparablen Schäden bei der Vegetation führte. Nachdem der Wollpreis dann stark sank bedeutete ausgerechnet der Ascheregen des Vulkans Hudson das Ende der goldenen Schafzuchtära. Seitdem leben die Patagonier hauptsächlich von den unendlichen Schätzen, die ihnen die Natur darbietet und die sie durch allerhand Dienstleistungen dem stetig wachsenden Strom der Touristen zugänglich machen.

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Puerto Madryn/Península Valdés: viele Tiere – Seelöwen, Seeelefanten, Lamas, Pampahasen, Kormorane, Pinguine, Orkas (Pinguin- und Orkasaison war leider noch nicht) und natürlich die Stars: die südlichen Glattwale.

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Ushuaia/Feuerland: um nach Ushuaia zu kommen, muss man entweder fliegen, oder man sitzt sehr sehr lange im Bus, und zwar tagsüber, da man nur durch Chile in den argentinischen Teil Feuerlands gelangt und die Grenzübergänge nur tagsüber geöffnet sind. Die Aussicht aus dem Busfenster war alles andere als abwechslungsreich, aber dafür haben wir jetzt viele schöne neue Stempel im Pass… Wir waren im Nationalpark wandern, die meisten anderen Touristen waren zum Skifahren dort. Wir fragen uns allerdings, ob es das wert ist, denn die Pisten sind eher kurz und sehr vereist.

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Puerto Natales/Torres del Paine Nationalpark: dieser Nationalpark liegt in Chile und ist angeblich der schönste Südamerikas. Die Landschaft ist auf jeden Fall spektakulär und auch das Wetter hat mitgespielt – das Ozonloch grillte uns wolkenlos.

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Hej? Warum sind die jetzt auf einmal in Chile und nicht mehr in Argentinien unterwegs? – Der Nationalpark lag quasi auf dem direkten Weg zurück nach Argentinien und in diesem Land sind die Entfernungen einfach riesig, so dass es sich anbot, dort einen Zwischenstopp einzulegen.

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El Calafate/Perito Moreno Gletscher: Nur 5 Stunden nördlich von Puerto Natales, also zur Abwechslung mal eine entspannte Busfahrt. Der Perito Moreno Gletscher ist neben den Iguazú-Wasserfällen die zweite Hauptattraktion Argentiniens. Von diesem 60m hohen, sehr aktiven Gletscher brechen regelmäßig größere Eisbrocken ab. Der gemeine Tourist steht auf einer der Aussichtsplattformen in sicherer Entfernung und wartet auf eben dieses Ereignis. El Calafate existiert nur wegen des Gletschers und kann getrost als Tourihölle bezeichnet werden. Also nix wie weg!

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Bariloche/Seengebiet: Um nach Bariloche zu gelangen, mussten wir einen kleineren Umweg in Kauf nehmen – zum ersten Mal wurde uns die Nebensaison zum Verhängnis, denn Busse auf der kürzeren Strecke verkehren erst in der Hauptsaison. So waren wir dann knapp 30 Stunden unterwegs, um ins Reich der Schokoladenmanufakturen zu gelangen. Bariloche liegt im Nationalpark Nahuel Huapi und ist eines der Haupturlaubsgebiete der Argentinier – im Winter locken die Skipisten und im Sommer die zahlreichen Gletscherseen, weshalb dieses Gebiet überraschenderweise auch als argentinisches Seengebiet bezeichnet wird. Wir besuchten den einzigen Myrrhewald der Welt und testeten zahlreiche Schokoladenhersteller.

Mendoza: Von Bariloche direkt nach Buenos Aires hätte wieder eine sehr lange Busfahrt bedeutet, so dass wir die Fahrt auf zwei Nachtfahrten aufteilten und noch einen Tag in Mendoza verbrachten. Auf der Fahrt dorthin gewann Fredde beim Bingo der Busgesellschaft (bessere Unterhaltung als Musikvideos aus den 80ern oder Konzertmitschnitte südamerikanischer Schlagerstars) eine Flasche Weißwein, die Fike sogleich konfiszierte, um sie heimlich auszutrinken.

In Mendoza verließ die Fotografin leider die Lust zum Bilder machen. Die Stadt hat aber sehr schöne Parks und Plätze und von Bäumen gesäumte Straßen. Ausserdem ein vegetarisches Restaurant mit „tenedor libre“ (Buffet). Eigentlich hatten wir uns nach unserem letzten vegetarischen tenedor libre in Rosario ja geschworen, nie wieder ein vegetarisches Restaurant zu betreten, um dem garantiert einsetzenden Fressanfall vorzubeugen, jedoch mussten wir ja auch irgendwie den Tag rumkriegen…

Jetzt sind wir gut gemästet und freuen uns auf die am Montag einsetzende „Zwangsarbeit“ auf dem an eine religiöse Hippiekommune erinnernden Bauernhof mit ökologischen Anbautechniken in der Nähe von Buenos Aires.

Danach neigt sich unsere kleine Reise dann auch dem Ende und der deutsche Unialltag hat uns wieder.

 

Argentinien ist auf jeden Fall eine Reise wert!

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