Mendoza – Der Ausflug

By chris|toph

Da ich in den letzten Wochen meine Antipathie gegen Pauschalreisen gefestigt habe leistete ich mir – zur Feier der letzten Reise in Argentinien – einen Mietwagen.

 

Das Auto war ein VW GOL in der schoenen Farbe „grau“ – spaeter „grau/staubig“. Nach kurzer Verwirrung ob der Vorfahrtsregelen (etwa: wer hupt der faehrt) ging es auf der Autopista nach Uspallata und dann weiter an die chilenische Grenze.

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Die Landschaft auf der Fahrt war abgefahren, man faehrt erst direkt auf die Andenkodillere zu und dann kurvt man immer hoeher und hoeher. Die Vegetation wird immer karger und bevor man sich versieht ist man auch schon auf 3500m ueber nN, wo schnelles rumlaufen in akuter Atemnot endet. Das FM Radio versagte und auf den AM Frequenzen gab es irgendwann nur noch einen Pfarrer, der mir erzaehlte, dass die Unglaeubgen in der Hoelle schmoren werden.

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Auf dem Weg – kurz vor der Grenze - liegt „Puente de Inca„, eine Naturbruecke. Dort gab es sogar mal ein Hotel welches das heilende schwefelhaltige Wasser der heissen Quellen als Marketinginstrument nutzte. Selbiges Hotel wurde jedoch am 20. Maerz 1962 von einem heftigen Erdbeben zerstoert. Die Kirche daneben ist stehen geblieben, was fuer die Bevoelkerung ein absolutes Zeichen goettlicher Intervention ist. Mendoza wurde komplett zerstoert (inklusive Kirchen) und 6000 Mendoziner mussten ihr Leben lassen. Aufgrund dieser Zahlen zweifele ich die Effizienz des goettlichen Eingriffs an.

Auf dem Parkplatz neben der Bruecke traf ich Hans den Belgier. Das erstaunliche daran ist, dass wir in El Calafate im gleichen Hostal waren und uns daher schon kannten. Die statistische Warscheinlichkeit, dass man sich ohne Absprache, 3 Wochen nachdem man sich kennengelernt hat, auf einem 3200m ueber nN gelgenen Parkplatz in den Anden wiedertrifft ist glaube ich sehr gering. Hans war mit einem Reisebus unterwegs und bot mir an die Haelfte der Mietwagenkosten zu uebernehemen, wenn ich ihn aus der Pauschaltourismusfalle befreie. Mindestens eine Pareto Optimierung, wenn nicht sogar eine Win-Win Situation.

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Das Wetter spielte auch mit und man konnte den Cerro Aconcagua – den hochsten Berg auf diesem Kontinent – bestaunen. Sieht gar nicht so hoch aus, aber die Perspektive taeuscht. 6.962 Meter ist ne ganze Menge.

Zum Spass bin ich dann noch kurz nach Chile ruebergefahren, nach Santiago waeren es nur noch 170km, zum Pazifik noch ca. 200. Trotz dieser (relativ) kurzen Distanzen entschied ich mich dazu umzukehren, schliesslich hatte ich Hans an der Grenze zurueckgelassen, weil dieser nur eine Passkopie dabei hatte.

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Der Rueckweg nach Mendoza sollte planmaessig ueber Uspallata und Villavicencio (siehe Karte) erfolgen. Leider bin ich in Uspallata falsch abgebogen. Was eigentlich unmoeglich ist, weil es dort nur 4 Strassen gibt. Dachte ich jedenfalls. Es gab naemlich 5. Hans und ich befanden uns also auf der „13″ und nicht auf der „52″, was aber nirgendwo ausgeschildert war. Ich wunderte mich zwar, dass NIEMAND ausser uns auf dieser unbefestigeten mit Schlagloechern ausgestatteten Ralleypiste unterwegs war, genoss jedoch die absolute Stille (wenn man den Motor ausgeschaltet hat) und die herrlichen Farben der Natur.

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Nach ca 1.5 Stunden (!) fahrt mit einem nicht-gelaendegaengigem Auto sahen wir am Strassenrand zwei fette Pickup Trucks. Die Herren, welche ein kleines Asado (Barbeque) veranstalteten machten verdammt grosse Augen also sie uns in der 55PS Muehle sahen. 20m weiter war unsere Fahrt dann vorbei, da die „Strasse“ ueberflutet war. Die netten Grillmeister setzten uns darueber in Kenntnis, dass wir auf der falschen Strasse seien und zollten meinen Fahrkuensten und den Stossdaempfern des Autochens Respekt. Sie meinten es sei eigentlich unmoeglich mit einem nicht 4×4 Auto auf der Strasse zu fahren.

Wir traten also die Rueckreise an und blieben sogar an einem der Berge stecken. Gegen 23 Uhr war ich zurueck im Hostal, 500km gefahren und dermassen fertig, dass es 3 Amerikaner vom Typ „Collegesauefer“ brauchte um mir den Schalf zu rauben.

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